Pippig’s Brillen Gundelfingen
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Gleitsicht scheitert selten am Glas.

Fast jeder kennt jemanden, der eine Gleitsichtbrille in der Schublade liegen hat. Das Glas ist dabei fast nie der Grund. Der Grund liegt in den Millimetern davor: wie gemessen wurde, wie die Fassung sitzt, wie hoch sie ist. Genau daran arbeiten wir in Gundelfingen, direkt nördlich von Freiburg.

Ein Glas, drei Entfernungen.

Ab einem gewissen Punkt lässt die Naheinstellung des Auges nach. Wer bis dahin gut sah, hält plötzlich die Speisekarte weiter weg. Ein Gleitsichtglas löst das, indem die Stärke innerhalb der Glasfläche wandert: oben für den Blick nach vorn, unten für den Blick nach unten, dazwischen ohne Kante.

Der Preis dafür ist Geometrie. Die scharfen Bereiche sind Korridore, keine Flächen. Rechts und links davon liegen Zonen, in denen das Bild weicher wird – physikalisch bedingt, in jedem Gleitsichtglas jeder Marke. Ihr Kopf lernt, an diesen Zonen vorbeizuschauen, indem er sich mitdreht, statt nur die Augen zu bewegen.

Wir arbeiten für Gleitsicht mit Varilux, dem Gleitsichtprogramm von Essilor – dem weltweit größten Hersteller von Brillengläsern. Welches Glasdesign daraus für Sie infrage kommt, hängt von Ihren Werten und Ihrem Alltag ab und wird bei der Beratung besprochen.

Gläser und Fassungen ansehen

Behandlungsstuhl und Messgerät in einem der beiden Augenprüfräume

Die vier üblichen Fehlerquellen.

Wenn eine Gleitsichtbrille nicht angenommen wird, liegt es fast immer an einem dieser vier Punkte. Keiner davon ist Schicksal, jeder ist überprüfbar.

Die Zentrierung

Der Durchblickpunkt muss dort liegen, wo Ihre Pupille tatsächlich steht – in der Höhe und im Abstand. Wird das an einem Standardwert statt an der ausgesuchten Fassung bestimmt, sitzt der ganze Kanal ein Stück zu hoch oder zu tief. Man merkt das nicht als Unschärfe, sondern als das Gefühl, dauernd den Kopf falsch zu halten.

Der Sitz

Eine Gleitsichtfassung, die auf der Nase nach unten rutscht, verschiebt den Kanal mit. Auch Neigung und Abstand zum Auge gehören dazu. Deshalb ist das Anpassen der Fassung bei Gleitsicht kein Nachgedanke, sondern Teil der Arbeit.

Das Glasdesign

Ein Design, das für den Schreibtisch gerechnet ist, hilft auf der Landstraße wenig, und umgekehrt. Wer den halben Tag auf zwei Bildschirme sieht, braucht andere Zonen als jemand, der auf dem Bau steht. Deshalb fragen wir vorher nach Ihrem Alltag und nicht erst, wenn die Brille fertig ist.

Die zu kleine Fassung

Eine flache, schmale Form lässt dem Übergang von oben nach unten zu wenig Strecke. Das Ergebnis ist ein steilerer Verlauf und ein engerer Lesebereich. Manche Fassungen sind für Gleitsicht deshalb ungeeignet, so schön sie im Regal aussehen.

Augenprüfraum mit Behandlungsstuhl und Messgeräten
Gemessen wird in einem der beiden Prüfräume. Wie die Augenprüfung abläuft

Eingewöhnung ist kein Fehler.

Der Anfang mit einer Gleitsichtbrille fühlt sich für die meisten ungewohnt an. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass etwas falsch gemacht wurde.

Ihr Gehirn hat jahrzehntelang gelernt, dass ein Bild überall gleich scharf ist. Jetzt muss es lernen, den Blick zu führen: Kopf leicht drehen statt nur die Augen wandern lassen, zum Lesen minimal senken, beim Treppensteigen bewusst nach unten sehen. Am Anfang wirken Kanten dabei manchmal gekrümmt oder Böden leicht gewölbt.

Der beste Weg dahin ist, die Brille durchgehend zu tragen und nicht zwischen alter und neuer Brille zu wechseln. Wer wechselt, verlängert die Umstellung, weil das Gehirn zwei Systeme gleichzeitig lernen soll.

Wichtig ist die Grenze dazwischen. Ungewohnt ist normal. Anhaltende Kopfschmerzen, eine Leseposition, die Sie sich abgewöhnen müssen, oder ein Lesebereich, den Sie suchen müssen, sind es nicht. Solche Beschwerden gehören nicht ausgesessen, sondern angesehen.

Kommen Sie in dem Fall zurück in die Kandelstraße. Wir prüfen Sitz und Zentrierung nach und justieren die Fassung. Nachjustieren gehört bei Gleitsicht zur Arbeit und ist nichts, wofür Sie sich entschuldigen müssten.

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Warum bei Gleitsicht weniger Fassungen passen.

Höhe vor Form

Bei Einstärkengläsern spielt die Glashöhe kaum eine Rolle: Die Stärke ist überall dieselbe, die Form darf entscheiden. Bei Gleitsicht braucht der Verlauf Platz nach unten. Fällt die Fassung sehr flach aus, wird der Weg von Ferne zu Nähe kürzer und damit steiler.

Dazu kommt die Form des Bügels und die Auflage auf der Nase. Beides bestimmt, wie stabil die Brille ihre Position hält. Eine Fassung, die sich leicht verzieht, verzieht auch die Zonen im Glas.

Wie wir das lösen

Wir sagen Ihnen im Laden, welche Fassungen aus unseren rund 1.500 Modellen für Ihre Werte in Frage kommen – bevor Sie sich in eine verlieben, die es nicht kann. Innerhalb dieses Rahmens bleibt genug Auswahl, um nicht auf Vernunftbrillen auszuweichen.

Zur Kollektion

Beratungstresen im Verkaufsraum, dahinter die Regalwand

Das eigene Labor macht den Unterschied.

Die Randbearbeitung, also das Einschleifen der Gläser in Ihre Fassung, findet bei uns im Haus statt.

Beim Gleitsichtglas ist der Schliff kein reiner Zuschnitt. Die Lage des Glases in der Fassung entscheidet mit darüber, ob die Zonen dort landen, wo sie hingehören. Wer das im eigenen Haus macht, kann das Ergebnis selbst kontrollieren und muss es nicht annehmen, wie es aus einer Kiste kommt.

Und wenn nachgearbeitet werden muss, geht Ihre Brille nicht auf Reise. Sie bleibt an dem Tresen, an dem sie entstanden ist. Justierung und Reparatur erledigt dieselbe Werkstatt.

Werkstatt und Service

Häufige Fragen zur Gleitsichtbrille.

Ich hatte schon einmal Gleitsicht und kam nicht damit klar. Sinnlos?

Nein. Sagen Sie uns beim Termin, was genau gestört hat: Lesen, Bildschirm, Treppen, das Gefühl von Schwanken. Aus dieser Beschreibung lässt sich meist ableiten, an welcher der Stellschrauben es lag. Bringen Sie die alte Brille mit, wir messen sie aus.

Brauche ich für eine Gleitsichtbrille einen Termin?

Für die Augenprüfung ja, damit einer der beiden Prüfräume und die nötige Zeit für Sie frei sind. Zum Ansehen der Fassungen können Sie während der Öffnungszeiten ohne Termin vorbeikommen.

Ist eine Gleitsichtbrille besser als Lesebrille plus Fernbrille?

Es kommt darauf an, wie oft Sie am Tag die Entfernung wechseln. Wer ständig zwischen Bildschirm, Gegenüber und Papier springt, gewinnt mit Gleitsicht. Wer im Wesentlichen abends liest, kommt mit zwei Brillen gut zurecht. Wir raten Ihnen nicht zu Gleitsicht, wenn Ihr Alltag sie nicht braucht.

Kann ich mit Gleitsichtbrille Auto fahren?

Ja, sobald Sie sich an das Blickverhalten gewöhnt haben. Fahren Sie die erste Strecke auf vertrauten Wegen und bei Tageslicht, nicht nachts auf der Autobahn. Sagen Sie uns vorher, wenn Sie beruflich viel fahren – das beeinflusst die Wahl des Glasdesigns.

Gibt es Gleitsicht auch als Sonnenbrille?

Getönte Gläser mit Gleitsicht sind grundsätzlich möglich. Welche Fassung und welche Tönung sich dafür eignen, klären wir im Gespräch, weil bei gebogenen Sonnenfassungen zusätzliche Punkte zu beachten sind.

Reden wir vorher über Ihren Alltag.

Eine Gleitsichtbrille beginnt nicht am Regal, sondern mit der Frage, wohin Ihr Blick den Tag über geht. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns, dann legen wir einen Termin in einem der beiden Prüfräume fest.

Pippig's Brillen + Contactlinsen, Kandelstraße 2, 79194 Gundelfingen  ·  Mo–Fr 09:00–13:00 und 14:00–18:30, Sa 09:00–13:00

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